Der Weg zum Oldtimer-Club
Stefan Ziepel

Wie fast alle Freunde der historischen Technik, hatte man als Jugendlicher den ersten Kontakt mit einem meist kurz vor dem Zusammenbruch stehenden IFA Fahrzeug.
So erinnere ich mich dabei an ein SR 2 Moped, für 50 DDR Mark von einem Nachbarn erworben und bei genauem Hinsehen auch noch gerade so als Fahrzeug erkennbar. Das Freudegefühl war allerdings unbeschreiblich und lange anhaltend.
Die Vorteile lagen im technischen Bereich in der Einfachheit und Reparaturfreundlichkeit der Fahrzeuge. Weiterhin waren die Ersatzteile relativ günstig, vorausgesetzt man konnte im Handel das benötigte Material ergattern.
Bei den ersten Fahrversuchen konnte man sich relativ sicher fühlen, denn der ABV (Abschnitts- bevollmächtigter der Volkspolizei -neu- Kontakt- bereichsbeamter) war meist auch nur mit einer Schwalbe „bewaffnet" und in der Regel mit einem größeren Gesamtgewicht und allgemeiner Trägheit
ausgestattet. Außerdem stand meist eher eine freundliche Ermahnung als eine strafrechtliche Abstrafung auf dem Programm. Es folgte eine S50 B2 mit der ich dann viele Jugendfreuden erleben durfte. Tragisch wurde es erst dann, als der Steuerbaustein den Geist aufgab und bis zur Beschaffung fast ein halbes Jahr verging. Am ersten Trabant habe ich dann fast ein Jahr gebastelt und kannte danach wohl fast jede Schraube persönlich. Im Verlauf der Jahre hatte man dann natürlich noch Kontakt mit anderen Fahrzeugtypen bis ich dann mit meinem Shiguli (LADA) von 1974, den Grenzöffnungsstau und 14 Stunden Wartezeit erleben konnte. Das intensive Interesse an der DDR Technik entstand einerseits durch meine Tätigkeit im Bereich Fahrzeugtechnik
und eine im Familienbesitz befindliche EMW R 35/3. Nach der Zerlegung und dem heimlichen Abtrans- port der Teile, war Gras über die Sache gewachsen und man stand schon unter Verdacht, die Teile verkauft zu haben. Zum 70 Geburtstag meines Vaters war das guter Stück dann aber in überholtem Zustand wieder da und die Welt im Lot.
Sucht bleibt Sucht und so begann eine endlose Odysse von haben wollen und haben können. Einige Fahrzeuge sind inzwischen in den Sammlungsbestand eingegangen und können mit Hilfe der roten Oldtimerkennzeichen auch regelmäßig bewegt werden.
Leider hat man in der Regel die Möglichkeiten der Nachwendezeit verpasst, weil andere Probleme anstanden. In dieser Zeit sind bedauerlicherweise viele Exponate aus ihrem gewohnten Lebensraum gerissen und „verschleppt" worden. Glücklicherweise sind auch wie bei den Menschen einige wieder in ihr angestammtes Umfeld zurückgekehrt und fühlen sich mit ihren Freunden wohl. Mein besonderes Interesse gilt neben den Fahrzeugen auch den Ersatzteilen und deren Beschaffung. Leider wird die Ersatzteilversorgung immer schwieriger und man ist oftmals auf Tipps und Kontakte angewiesen.
Nur wenige Händler führen noch ein größeres Angebot an Ersatzteilen und die Oldtimermärkte sind oft die einzige Rettung.
Wir als IFA-OLDTIMER-CLUB Magdeburg e.V. und eine Vielzahl von Freundeskreisen und Vereinen helfen durch ein gestaltetes Vereinsleben sowie organisierte Ausstellungen und Märkte die Interessen aller Technikfreunde zu optimieren.
In unserem Verein kann jeder seine Vorstellungen einbringen und gemeinsam mit den Mitgliedern dem Erhalt der IFA Technik nachgehen. Dabei wird das Interesse nicht nur Auf DDR und RGW (Ostblock) gerichtet, sondern auch alle anderen Oldtimer sind willkommen.